Norwegen in den Sommermonaten zu bereisen war schon seit meiner Jugendzeit ein Traum. Ein Land was schon im Winter so faszinierend auf mich gewirkt hat, muss zur Sommerzeit unbeschreiblich sein.
Das diese Vermutung sich in einer Form bewahrheiten würde, wie man sie sich nicht vorstellen kann, sollte uns bei dieser Reise immer wieder bewusst werden.
Unsere „Reisegruppe“ bestand aus zwei Pärchen, einer BMW R 1100 GS sowie einer BMW K 1200 RS. Diese Maschinen sollten uns vier über die geplante Strecke von rund 2.800 km begleiten und Garant für eine pannenfrei Reise sein.
Die Festlegung der Route wurde zu Beginn der Reise von den Orten abhängig gemacht, die ich durch meine Winteraufenthalte bereits kannte. Diese wollte ich nach über 10 Jahren noch einmal ansteuern. Die weitere Planung ergab sich durch Sehenswürdigkeiten, die laut den vorliegenden Reiseführern und den Informationen aus dem Internet (www.norwegen.no oder www.visitnorway.com) auch sehenswert sind und besucht werden sollten. In Verbindung mit den Reiseberichte von Bikern, die Norwegen bereits durchquert hatten, ergab sich somit eine 8-tägige Rundtour, bei der es neben den nicht endenden Kurvenspaß genauso viel „Gegend“ zu genießen gab. Zuerst sollte die Reise über Dänemark nach Südnorwegen führen. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung entschieden wir uns jedoch zur Fährfahrt von Kiel nach Oslo. Die Fährkosten sind zwar nicht gerade günstig, man spart jedoch einen gesamten Reisetag. Das man die vielen Kilometer über ewig lange dänische Autobahnen umgeht und bereits 24 Stunden nach Reiseantritt erholt in Oslo richtig starten kann, spricht ebenfalls für die Fährfahrt.
Doch was wären die schönsten Urlaubstage ohne das entsprechende Wetter. Hier hat sich die Wahl unserer Reisezeit als fast schon zu schön herausgestellt. Bis auf ein paar Tropfen himmlischen Wassers am ersten Reisetag sowie gelegentlichen kurzen aber auch heftigen Wärmegewittern am Nachmittag, bestanden die Tage nur aus Sonne, leichter Bewölkung und blauem Himmel. Das die Temperaturen an keinem Tag unter 20° C im Schatten sanken sorgte dafür, dass es einem unter der Motorradkleidung auch in den Höhenlagen nicht zu kalt wurde.